Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Castrop-Rauxel hat gestern ihren Vorstand neu gewählt. Mit großer Mehrheit wurde Rajko Kravanja neu an die Spitze der Fraktion gewählt. Der 35-jährige Fachinformatiker ist bereits seit 2010 Vorsitzender des Stadtverbandes und möchte bekanntlich für das Amt des Bürgermeisters im September 2015 kandidieren. Er tritt damit die Nachfolge von Daniel Molloisch an, der nun gemeinsam mit Udo Behrenspöhler die Aufgabe des stellvertretenden Vorsitzenden übernimmt. Hans-Jürgen Noll wurde zum Kassierer und Sylvia Dammann zur Schriftführerin gewählt.

„Ich freue mich über das Vertrauen und die gemeinsame Arbeit im neuen Rat. Nun gilt es, stabile Mehrheiten zu organisieren, um den Herausforderungen, vor denen die Stadt steht, gerecht zu werden. Dafür werden wir Verantwortung übernehmen“, so Rajko Kravanja. Dazu führt die SPD derzeit Gespräche mit Grünen, FWI, FDP und Linke. Die CDU hatte Gespräche zu einer festen Kooperation bereits einen Tag nach der Wahl ohne eine Sondierung eine Absage erteilt.

Das in dieser Woche in den Ausschüsse zu diskutierende Handlungskonzept „Wohnen“ unterstreicht in vielen Punkten die nachhaltige Wohnbaupolitik von Rot-Grün. In seinen Entwicklungsperspektiven für den Wohnungsmarkt zeigt es auf, dass auch weiterhin günstiger Wohnraum auch für niedrige Einkommen in Castrop-Rauxel zur Verfügung stehen wird. Allerdings muss noch ein besonderes Augenmerk auf die Nachhaltigkeit der Wohnangebote gerichtet werden. Wagener und Molloisch sind sich einig darin, dass „billig nicht gleich günstig“ ist. „Es nutzt den Mietern gar nichts, wenn zwar die Grundmiete niedrig ist, aber aufgrund der überholten energetischen Standards die Nebenkosten durch die Decke gehen. Ökologie darf keine Frage des Einkommens sein“ führen die beiden weiter aus. In den kommunalen Handlungsansätzen sieht es vor allem die Pflege des Bestandes und dessen Anpassung an den demographischen Wandel vor. „Wir wollen nun mit einer breiten Bürgerbeteiligung z.B. im Rahmen von Workshops den Masterplan Wohnen aus dem Jahr 2009 nun mit Leben füllen“, so der Fraktionschef der Grünen Bert Wagener. Folgende Punkte stehen dabei im Rot-Grünen Focus: Berücksichtigung sozialen Strukturen, Einbindung der demographische Entwicklung und Wandel der Infrastruktur. „Wir wollen keinen Stadtteil abhängen, wir müssen aber vor allem die Wohnentwicklung in bestehenden Strukturen fördern. Nahversorgung, Bildung und Kultur sind notwendige Grundbedürfnisse, die erreichbar sein müssen“, so SPD Fraktionschef Daniel Molloisch.

Rückblickend auf die letzten Jahrzehnte sind zahlreiche Entscheidungen zu Verkehrsfragen und Verkehrswegen getroffen worden. Einige haben sich zwischenzeitlich überholt, viele waren richtig, einige aus heutiger Sicht zumindest fragwürdig. Vor rund 40 Jahren gab es im Ruhrgebiet Bestrebungen die Straßenbahnen durch Stadtbahnen (weitestgehend unterirdisch) und S-Bahn zu ersetzen. Damit sollte dem motorisierten Individualverkehr Vorrang durch viel Raum auf großzügig ausgebauten Straßen eingeräumt werden, während Fußgänger sich vorwiegend in Fußgängerzonen wiederfinden sollten. Für den Radverkehr sollte nur wenig Verkehrsfläche vorgehalten werden. Auch in Castrop-Rauxel finden sich Beispiele dieser damals epochenprägenden Maßnahmen. Als Ersatz für zwei Bahnübergänge (Gaswerkstr. und Obere Münsterstr.) entstand der Altstadtring. Darunter sollte die S4 die Verbindung nach Dortmund und Herne sicherstellen, während Stadtbahnlinien von diesem Punkt aus zum einen nach Bochum, zum anderen über Frohlinde und Kirchlinde ebenfalls nach Dortmund führen sollten.

Trotz der Energiekriese 1974 nahm der Individualverkehr stark zu und Teile dieser Pläne wurden zur Makulatur. Vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden Finanzkrise öffentlicher Haushalte verschwanden die Stadtbahnpläne in den Schubladen. Für die S4 bestehen bis heute weder weitergehende Planungs- noch Finanzierungsvereinbarungen. Die Straßenbahn war schon vorher dem Bus gewichen und Fahrradverkehr kam immer weniger vor.

Ist-Analyse

Geblieben sind aus dieser Zeit des Wandels der Innenstädte eine Fußgängerzone und eine seit vielen Jahren unterschiedlich diskutierte Verkehrsführung des Innenstadtbereichs.

Aus heutiger Sicht ist es für Fahrradfahrer wenig attraktiv, die Innenstadt zu erreichen und verkehrlich zu erschließen. Busse sind noch immer an einzelnen Stellen dem Individualverkehr untergeordnet. Insbesondere die Fahrgäste müssen zu sehr auf andere Verkehrsteilnehmer acht geben.

Der Kraftfahrzeugverkehr auf der Lönsstraße, die durch den Übergang der Altstadt zum Einkaufszentrum Widumer Platz geprägt ist, konnte in den letzten Jahren durch gezielte Maßnahmen auf das heutige Maß reduziert werden.

Um den aktuellen und zukünftigen verkehrlichen Erfordernissen im Innenstadtbereich gerecht zu werden, besteht der dringende Bedarf für eine zukunfts- und generationengerechte Konzeption für die Verkehre im Innenstadtbereich. Darin müssen zum einen Ergebnisse aus dem Masterplan Mobilität ebenso zwingend einfließen, wie die Sichtweisen moderner Verkehrspolitik. An dieser Stelle sei auf den Bericht der ÖPNV-Zukunftskommission mit dem Titel „Zukunft des ÖPNV in NRW – Weichenstellung für 2020/2050“ verwiesen.

Dem motorisierten Individualverkehr kommt im Kontext einer sich demografisch verändernden Gesellschaft nicht mehr die Bedeutung wie in den letzten Jahrzehnten zu. Hier gehen RVR und VRR bereits neue Wege, um Mobilität mit Leihfahrrädern und Autos über Car-Sharing in Verbindung mit öffentlichem Nahverkehr auf neue Beine zu stellen. Auch das Thema E-Mobilität soll zukünftig mit in das Verkehrskonzept einbezogen werden. Im Innenstadtbereich müssen zukünftig Ladestationen für die unterschiedlichen Formen der E-Mobilität bei der Gestaltung von Plätzen Berücksichtigung finden. Daher sind die Ergebnisse im Rahmen einer Evaluation mit einzubeziehen und das Verkehrskonzept alle zwei Jahre fortzuschreiben.

Übergeordnete Ziele

–     Der Vorrang der Fußgänger und der Fahrradfahrer vor dem Individualverkehr muss weiterhin gewährleistet bleiben und stärker in den Fokus aller Beteiligten rücken.

       Das Parkleitsystem muss die Verkehre, bereits ab den Zubringerstraßen, zuerst auf die Parkplätze um die Innenstadt herum leiten und zum Schluss auf den Marktplatz führen.

       Der Verkehr in Richtung Marktplatz soll vor allem durch die Widumer Straße erfolgen.

       Der Verkehr in der Lönsstraße soll nicht gravierend zunehmen, sondern durch geeignete Maßnahmen eher abnehmen und somit auf einem vertretbaren Niveau bleiben

       Bei Umgestaltungsmaßnahmen ist den Belangen der Umwelt eine besondere Bedeutung beizumessen und ein unvermeidbarer Eingriff in die Umwelt auf ein Mindestmaß zu begrenzen.

  1. 1.Beschilderung

Ein gesamtheitliches Verkehrskonzept, das zum Ziel hat, möglichst wenig motorisierten Individualverkehr (MIV) im Innenstadtbereich zu generieren, hat eine entsprechend, deutliche Beschilderung zur Grundlage. Insgesamt ist die Beschilderung „Altstadt“ für die Verkehrsteilnehmer (u.a. Auswärtige) nicht zielführend. Hier sollte eher auf das „Zentrum“ hingewiesen werden. Wo sich genau das Zentrum befindet, ist zu definieren.

 

1.1.        Bahnhof Süd / Busbahnhof

Es muss eine stärkere Ausrichtung der Verkehre in Castrop-Rauxel und somit auch in der Innenstadt hin zu Fußgängern, Radfahrern und Nutzern des Öffentlichen Personennahverkehrs erfolgen. So ist zukünftig z. B. für den Busbahnhof Münsterplatz und die Bahnstation Castrop-Rauxel Süd durch Namensgleichheit sicherzustellen, dass die Umstiegsmöglichkeit zwischen den Verkehrsmitteln Bus und Bahn im Innenstadtbereich durch eine entsprechende Darstellung in den elektronischen Auskunftssystemen gefördert wird. Zu diesem Zweck sind auch entsprechende Beschilderungen/Wegehinweise zu installieren. Hierdurch ergeben sich dann auch für Pendler in die Nachbarstädte akzeptierte Wege zwischen Bus und Bahn. Die Bahnsteige am Bahnhof Süd müssen zwingend barrierefrei ausgebaut werden.

Unterschiedliche Namensgebung in elektronischen Auskunftssystemen

 

 

 

Unterschiedliche Namensgebung in elektronischen Auskunftssystemen

 

 

1.2.        Parkleitsystem

Das bestehende über 20 Jahre alte Parkleitsystem muss nach neuesten Erkenntnissen überarbeitet werden. Ziel soll es sein, dass der MIV noch stärker auf die außen liegenden Parkplätze geleitet wird, bevor der Marktplatz ausgeschildert wird. Hier soll mit Augenmaß eine Überarbeitung und Ergänzung, z.B. aus der Fahrtrichtung Herne kommend, erfolgen.

1.3.        Umgestaltung Herner Straße

Dem Ziel gerecht werdend, dass der Verkehr aus Herne kommend zukünftig möglichst nicht mehr über die Lönsstraße in die Innenstadt geleitet werden soll, sondern über den Altstadtring zu den außen liegenden Parkplätzen bzw. durch den Erinpark, soll u.a. eine Abbiegespur und/oder ein grüner Pfeil in Richtung Altstadtring/Widumer Straße geprüft werden (siehe 4. Bauliche Maßnahmen). Hier soll eine entsprechende Beschilderung ggf. mit einem grünen Pfeil angepasst und geprüft werden.

1.4 Erschließung weiteren Parkraums

Es ist zu beobachten, dass im Parkraum des Einkaufszentrums (Parkdeck und Tiefgarage) permanent freie Parkplätze vorhanden sind. Die Verwaltung wird beauftragt, mit den EKZ-Eigentümern und den Einzelhändlern der Altstadt Gespräche darüber aufzunehmen, wie diese Parkplätze zur Verbesserung der Verkehrssituation und damit zu einer weiteren Attraktivierung der Altstadt zum Nutzen aller Einzelhändler einbezogen werden können. Einzelhändler könnten z. B. vom EKZ vertraglich die Möglichkeit erhalten, Parktickets abzustempeln. In diesem Zuge wird eine freundliche Gestaltung des EKZ-Parkdeck-Zugangs am Bunker (inkl. Prüfung zum Bau eines Aufzugs zum Parkdeck) angestrebt. Hierzu sollen entsprechende Gespräche mit dem Eigentümer geführt werden.

  1. 2.Fußgänger

Bei der Neugestaltung der Haltestelle am Marktplatz ist besondere Rücksicht auf die Busse und deren Nutzer zu nehmen. Zugleich wollen wir die Umgestaltung des Marktplatzes und der Haltestelle zum Anlass nehmen, hier einen Fußgängerüberweg für die Nutzer des ÖPNV und der nahegelegenen öffentlichen Einrichtungen (Schule, Bürgerhaus, Kulturplatz) einzurichten.

Auch den geplanten Fußgängerüberweg am Busbahnhof begrüßen wir ausdrücklich. Es ist zu prüfen, ob dieser auf der Autospur für die Fahrzeuge auf Tempo 10  beschränkt und baulich angehoben werden kann. Dies dient der Sicherung der Fußgänger und der Reduzierung des Verkehrs auf diesem Teil der Lönsstraße.

 

  1. 3.Fahrradverkehr

In Sondierungsgesprächen der Verwaltung zu Fördermöglichkeiten ist der Austausch der Pflasterung des Radweges in der Straße Biesenkamp, als förderfähiger Bestandteil einer Gesamtmaßnahme, bestätigt worden. Diese Maßnahme sollte umgesetzt werden, so dass der Sicherheit der Fußgänger auf dem Bürgersteig Rechnung getragen wird. Gleichzeitig soll ein Vorrangradweg auf der Straße aufgetragen werden, so dass sich zwar Fahrräder und Autos den Verkehrsraum teilen, Fahrradfahrer aber Vorrang haben.

Von der Herner Straße kommend gibt es nach der Lönsstraße keine Möglichkeit mit dem Rad durch die Innenstadt zu fahren. Ferner ist u.a. die Erreichung des Biesenkamps aus Richtung Markt nicht möglich. Insgesamt sind daher die Verkehrswege für Radfahrer zu überarbeiten und insbesondere im Innenstadtbereich – einschließlich der Fußgängerzone – das Radfahren zu ermöglichen. Hierdurch erfolgt eine Förderung dieser Fortbewegungsart. Denkbar ist hierfür die ganztägige Befahrbarkeit der Fußgängerzone durch Räder mit der Zusatzbeschilderung „Radfahrer frei“ und „Langsam fahren“. Ferner sind Anstrengungen zu unternehmen, dass Radfahrer Einbahnstraßen in „falscher Richtung“ befahren dürfen.

Wir begrüßen die geplante Abstellmöglichkeit für Fahrräder zwischen Busbahnhof und Bahnhof Süd. Darüber hinaus fehlen jedoch Abstellmöglichkeiten für Fahrräder am Markt und im gesamten Bereich in der Innenstadt. Um die zentralen Abstellmöglichkeiten zu erreichen, soll der Fahrradverkehr auf kürzestem Wege dort hin geleitet werden.

 

  1. 4.Bauliche Maßnahmen

Die Instandhaltung von Straßen hat im Stadtgebiet Vorrang vor dem Bau neuer, zusätzlicher Straßen. Jedoch ist an einigen Stellen den veränderten Verkehren auch durch bauliche Maßnahmen Rechnung zu tragen. Jeder Eingriff muss auf ein Mindestmaß reduziert werden.

 

 

4.1.        Herner Straße

Es soll attraktiver werden, direkt über den Altstadtring zur Widumer Straße als durch die Lönsstraße zu fahren. Dazu sollen eine Abbiegespur und alternative Abbiegemöglichkeiten wie der grüne Pfeil geprüft werden.

Situation Herner Straße/Altstadtring

4.2.        Rondell

SPD und Bündnis 90/Die Grünen sehen im Bereich der Altstadt vor allem den Bereich des Fußgängerübergangs auf der Lönsstraße als Schwerpunkt der Verkehrsberuhigung. Das EKZ Widumer Platz ist integraler Bestandteil der Innenstadt und darf dementsprechend nicht durch eine Straße mit hohem Verkehrsaufkommen getrennt werden. Daher gilt es eine Abwägung zwischen dem Schutz der Fußgänger und Radfahrer auf der einen Seite und dem motorisierten Individualverkehr auf der anderen Seite zu treffen.

Seit der Änderung der Verkehrsführung an der Widumer Straße hat sich die Anzahl der Fahrzeuge in dem Teil der Lönsstraße vor dem Einkaufszentrum von mehr als 8000 auf ca. 4000 reduziert. Damit sind wir dem Ziel näher gekommen, die Stärke des MIV sowohl mit dem Busverkehr als auch mit den Fußgängern auf dem Überweg zum Einkaufszentrum in Einklang zu bringen. Es soll hier zu keiner gravierenden negativen Veränderung kommen. Weiterhin ist der Radverkehr an dieser Stelle zu fördern.

Durch den in Erwägung gezogenen Kreisverkehr im Bereich Herner Str./Lönsstr. steht eine direkte Zufahrt zum Parkplatz „Augenklinik“ und dem Parkplatz „Im Ohr“ im Fokus. Durch diese Anbindungen ist damit zu rechnen, dass es zu „Rundfahrten“ durch die Innenstadt kommen kann, die im Gegensatz zur Verkehrsreduzierung durch die Abfahrtmöglichkeiten der Parkplatzanbindung stehen. Diesem möglichen Effekt soll durch die o.g. Maßnahmen entgegen- gewirkt werden.

Es soll einen Probebetrieb von ca. einem Jahr geben, an dessen Ende eine Überprüfung der heutigen Situation steht. Sollte sich dabei herausstellen, dass es eine messbare Erhöhung des Verkehres im Bereich des Kreisverkehrs bis zur Widumer Straße gegeben hat, sollen weitere Maßnahmen zur Verkehrsreduzierung ergriffen werden.

Beim Bau des Rondells ist eine Aufwertung des Baumbestandes in der Innenstadt sicherzustellen. Neben dem ortsbezogenen Ausgleich nach Baumschutzsatzung für den vorhandenen Grünbestand, sind darüber hinaus weitere standortgerechte Gehölze in der Innenstadt neu zu pflanzen. Sponsoren als Pflegepaten für das neue Stadtgrün sind anzustreben.

In diesem Zusammenhang ist auch die angestrebte Verlegung des Bushaltepunktes „Am Markt“ auf die Fahrbahn zu nennen. Auf diese Weise kann ebenfalls eine Beruhigung des innerstädtischen Verkehres und der Schutz der erhaltenswerten Linde im Bereich der jetzigen Bushaltestelle erreicht werden.

 

  1. 5.Obere Münsterstraße

Die derzeitige Regelung im Bereich der Oberen Münsterstraße hat sich bewährt. Eine Öffnung der Oberen Münsterstraße im Bereich des Bahnüberganges für beide Fahrtrichtungen würde mehr Verkehr in den Innenstadtbereich bringen, und das ohne erkennbare Vorteile. Für Fußgänger und Radfahrer besteht die Möglichkeit der Querung in beiden Richtungen. Darüber hinaus ist zu erwarten, dass aufgrund der bestehenden Vereinbarung mit der Deutschen Bahn in den nächsten Jahren eine umfassende Neuorganisation der dortigen Verkehre erfolgen wird. Bis dahin verbleibt es bei der aktuellen Situation.

 

  1. 6.ÖPNV

Die vier in Castrop-Rauxel tätigen Busunternehmen sollten dringend im Bereich des Busbahnhofs ein Kundencenter einrichten, um eine zentrale Ansprechstelle zu schaffen und damit Zugangshürden für „Nicht-online-Kunden“ abzubauen.

Des Weiteren muss für eine gute Darstellung der Reisekette in elektronischen Fahrplänen auf eine Namensgleichheit für den Haltepunkt der Regionalbahn in der Altstadt und der zentralen Bushaltestelle „Münsterplatz“ gesorgt werden. Gleichzeitig sind hier Wegehinweise zu installieren (der Weg zwischen Bahnsteig und Busbahnhof ist übrigens um viele Meter kürzer als z. B. Umstiege in Essen Hbf zwischen Bahn, Bus und U-Bahn…).

Neue, kostengünstige elektronische Anzeigelösungen müssen auch in Castrop-Rauxel umgesetzt werden.

Im nächsten Nahverkehrsplan ist dringend eine stärkere Anschlussbindung insbesondere in den Schwachverkehrszeiten am zentralen Umsteigepunkt Münsterplatz einzufordern. Hierbei darf die Argumentation der vier Verkehrsbetriebe, dass doch jeder in seinem Netz schon Zwangspunkte hat, nur in Ausnahmefällen greifen. Wichtig sind uns die Verknüpfungen der Stadtteile untereinander.

Mit dem Weiterbetrieb der Emschertalbahn und der damit verbundenen auf lange Zeit verschobenen Verlängerung der S4 von Dortmund-Lügendortmund nach Herne sind zwingend die beiden Castrop-Rauxeler Haltepunkte zu ertüchtigen, um auch mobilitätseingeschränkten Personen den Zugang zu Bahnsteigen und Zügen zu ermöglichen. Mit dem VRR und der DB Netz müssen Verbesserungen an der Streckeninfrastruktur erörtert werden, um die Fahrzeiten nach Herne und Dortmund zu verkürzen.

Eine weitere Begründung erfolgt ggf. mündlich in der Sitzung.

Das von Rot-Grün vorgelegte Verkehrskonzept für die Castroper Altstadt löst viele Verkehrsprobleme. Dabei berücksichtigt es die Anforderungen für alle Verkehrsteilnehmer, ob sie zu Fuß, per Rad, mit dem Bus oder mit dem Auto die Altstadt erreichen wollen. Zentrales Anliegen ist es hierbei alle über Jahre diskutierten Einzelmaßnahmen miteinander zu verbinden. Gelungen ist dies durch den geplanten Kreisverkehr an der Lönsstraße. Die Parkplätze Im Ohr und am Ärztehaus können direkt angefahren und in Richtung Herne wieder verlassen werden. Eine Umrundung der Altstadt ist nicht mehr notwendig. Drehmanöver aus dem Biesenkamp werden verhindert. Kein Autofahrer wird aus der Altstadt hinausgeführt. Der Busverkehr behält seine eigene Spur. Durch die Neuanlage von Fahrradwegen wird die Altstadt für Radfahrer sicherer und schneller zu erreichen sein. Die neue Beschilderung wird unnötigen Parksuchverkehr verhindern. Zusätzlich werden die Bushaltestellen am Marktplatz barrierefrei und attraktiver gemacht.

„Für die Altstadt war es wichtig, dass ein Gesamtkonzept entwickelt wurde. Es wird für alle Beteiligten ob Kunden, Kaufmannschaft oder Anwohner ein Gewinn sein“, so das Ratsmitglied der SPD Altstadt Hubertus Wilbring.

Rot-Grün erfüllt somit den Anspruch für alle Verkehrsteilnehmer, schnell ans Ziel zu kommen. Damit werden unnötige Verkehre vermieden, was zu einer Verbesserung des Innenstadtklimas beitragen wird. Somit sieht Rot-Grün dieses Verkehrskonzept als einen wichtigen Beitrag zur sozial-ökologischen Stadtentwicklung.

Der Rat der Stadt Castrop-Rauxel beauftragt die Verwaltung für die Stadt Castrop-Rauxel bis Ende des Jahres 2013 konkrete Ziele und Umsetzungsmöglichkeiten hin zu einer inklusiven Stadtgesellschaft zu erarbeiten. Dabei ist zunächst ein Sachstand zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in Castrop-Rauxel zu erheben, der auch die bereits tätigen Institutionen, wichtige Einzelakteurinnen/e, deren Hauptzielgruppen und Arbeitsschwerpunkte benennt. Insbesondere sollen alle Fachbereiche der Verwaltung sowie die vorhandenen Aktionspläne des Bundes und des Landes NRW miteinbezogen werden.
Im Laufe des Prozesses soll ein „Aktionsplan Inklusion für Castrop-Rauxel“ entstehen.

Dazu beauftragt der Rat die Verwaltung mit folgenden Einzelschritten:

  • Berichterstattung zum aktuellen Umsetzungsstand der UN-Behindertenrechtskonvention in Castrop-Rauxel
  • Erhebung und Darstellung des Ist-Standes über bestehende Angebote und Hilfestellungen für Menschen mit Behinderungen in Castrop-Rauxel durch alle Fachbereiche der Verwaltung
  • Erarbeitung eines Vorschlags, wie der weitere Prozess zur Erarbeitung konkreter Ziele und Maßnahmen organisiert werden soll. Die Verwaltung wertet dabei auch die bereits vorhandenen Aktionspläne (Bund / Land NRW) detailliert im Hinblick auf kommunalpolitische Konsequenzen aus und beachtet in diesem Zusammenhang auch, dass das Konnexitätsprinzip bei der Finanzierung zukünftiger Maßnahmen greifen muss.
  • Durchführung einer zentralen Auftakt-Veranstaltung „Inklusive Stadtgesellschaft Castrop-Rauxel“, an der alle relevanten gesellschaftlichen Gruppen beteiligt sein sollen.

 

Begründung:

Seit die Bundesregierung 2009 das Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, die UN-Behindertenrechtskonvention, ratifiziert hat, ist die Konvention auch für Deutschland verbindlich. Seit April 2011 liegt ein Aktionsplan der Bundesregierung zur Umsetzung der Konvention vor. Die Landesregierung NRW hat 2012 den Aktionsplan “Eine Gesellschaft für alle. NRW inklusiv” vorgelegt.

Die Umsetzung des § 24 der UN Konvention für die Rechte der Menschen mit Behinderungen ist eine breite gesellschaftliche Aufgabe, die nur in einem gemeinsamen Prozess gelingen kann und in einem breiten Konsens in unserer Stadt geplant und schrittweise umgesetzt werden muss.

Die bisherige Debatte um das Thema Inklusion wird meist auf den Bereich der Schule reduziert. Dabei ist mit dem Begriff „Inklusive Gesellschaft“ viel mehr gemeint. Wir benötigen in Castrop-Rauxel ein gesamtstädtisches Konzept, das verbindlich aufzeigt, wie wir schrittweise eine vollständige Inklusion in unserer Stadt erreichen können. Allerdings erschweren viele Ängste, Unsicherheiten und Missverständnisse immer wieder die ersten Bemühungen. Ein Inklusionsprozess muss dies aufgreifen und notwendige Akzeptanzarbeit leisten.

Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, ist es notwendig, einen Inklusionsplan auf den Weg zu bringen.

Der „Aktionsplan Inklusion für Castrop-Rauxel“ soll aufzeigen wie sich die Bereiche Schule, Stadtentwicklung, Arbeit, Kinder und Jugendhilfe, Familie, Kultur und viele mehr zukünftig inklusiver als bisher entwickeln können und müssen.